Grundregeln für den Redaktionsalltag

Viele kreative Ideen für die Gestaltung des Gemeindebriefs sind gut gemeint – manche gehen allerdings an den handwerklichen Grundregeln für den Schriftsatz und das Layout vorbei.

Viele kreative Ideen für die Gestaltung des Gemeindebriefs sind gut gemeint – manche gehen allerdings an den handwerklichen Grundregeln für den Schriftsatz und das Layout vorbei. Foto: gb

 

Eine Checkliste für den Redaktionsalltag kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, den „roten Faden“ für jede Gemeindebrief-Ausgabe zu finden.

 

Gestaltung

  • Der Satzspiegel ist der Raum einer Seite, in dem alle Bilder und Texte platziert sind. Der unbedruckte Raum – der so genannte Weißraum – ist kein verschenkter Platz: Planen Sie einen großzügigen Rand ein und lassen Sie „Luft“ zwischen den einzelnen Elementen
  • Als Gestalter/Gestalterin haben Sie ein Ziel: Sie möchten zum Lesen einladen und Neugier wecken
  • Nicht übertreiben: Unzählige Schriften und Hervorhebungen verwirren. Jede Seite besitzt nur ein einziges seitentragendes Element – zu viel des Guten bedeutet Konkurrenz: das Auge „fliegt“ über die Seite und findet keinen „Landeplatz“

 

Redigieren

  • Bearbeiten Sie Texte und Fotos: Korrigieren und redigieren Sie die eingehenden Manuskripte – ohne Kürzungen geht es meist nicht. Lesen Sie mehrfach Korrektur – nicht nur am Computer, sondern am Ausdruck
  • Fotos erhalten eine Bildunterschrift und den Urhebervermerk (z.B. Foto: Müller)
  • Unvollständige Angaben (Name, Ort, Zeit) recherchieren
  • Für die Leserschaft, nicht für „Binnenkirchler“ schreiben: Verstehen Frau „X“ und Herr „Y“, worum es geht?

 

Überschriften

  • Formulieren Sie Überschriften: Die wichtigste Nachricht gehört in die Titelzeile
  • Beschreiben Sie, was das Fazit des Artikels ist
  • Die Überschrift „Aus dem Kirchenvorstand“ besitzt keine Aussage – sie eignet sich lediglich als Rubrikentitel im Kopfsteg (Raum zwischen Satzspiegel und oberen Papierrand )
  • Stellen Sie die gewichtigste und interessanteste Information heraus:
    Überschrift                           Komfortable Spende
    Unterzeile                             100 Stühle und Tische für Gemeindesaal

 

Fotos

  • Unscharfe, verwackelte, unter- oder überbelichtete Fotos werden im Druck nicht besser
  • „Notlösungen“ nimmt der Betrachter sofort wahr
  • Planen Sie daher Ihre Titelseite so gründlich wie möglich: Das Foto von der Amtseinführung des neuen Pfarrers oder der „Kita“-Eröffnung muss einfach gelingen – Fotograf „X“ darf ruhig einen ganzen Film (oder Chip) verknipsen. Immerhin geht es um das „Schaufenster“ des Gemeindebriefes. Devise: An dieser Stelle nicht sparen

Stefan Lotz